Damian Lillard, einer der ikonischsten Spieler der Portland Trail Blazers, kehrt nach turbulenten Wochen zu seinem langjährigen Team zurück. Der 35-jährige Basketballstar hatte bereits elf Jahre für die Blazers gespielt, bevor er vor zwei Jahren zu den Milwaukee Bucks wechselte, um gemeinsam mit Giannis Antetokounmpo um die Meisterschaft zu kämpfen. Doch der Deal hielt nicht lange: Nach einer schweren Achillessehnenverletzung im April 2025 und nur wenigen Spielen in Milwaukee gaben die Bucks Lillard überraschend frei. Nun unterschreibt er einen Dreijahresvertrag im Wert von 42 Millionen US-Dollar bei den Trail Blazers, dem Team, das ihn 2012 im NBA Draft als sechsten Pick ausgewählt hatte.
Die Rückkehr von Lillard nach Portland kommt für viele NBA-Fans und Experten unerwartet. Die Bucks hatten Lillard nur zwei Jahre zuvor im Rahmen eines spektakulären Trades von den Blazers geholt – im Austausch für Jrue Holiday, Deandre Ayton und mehrere Draft-Picks. Lillard sollte in Milwaukee an der Seite von Antetokounmpo den lang ersehnten zweiten Titel nach 2021 holen. Doch die Zusammenarbeit blieb hinter den Erwartungen zurück. Verletzungen, taktische Probleme und eine veränderte Teamchemie führten dazu, dass die Bucks bereits nach einer Saison und einigen Wochen der neuen Spielzeit die Reißleine zogen.
Die Entscheidung der Bucks, Lillard freizugeben, sorgte in der gesamten NBA für Verwunderung. Obwohl Lillard nach seinem Achillessehnenriss voraussichtlich die gesamte Saison 2025/26 ausfallen wird, müssen die Bucks ihm in den kommenden fünf Jahren noch 113 Millionen US-Dollar Gehalt zahlen. Diese ungewöhnliche Konstellation – ein Team, das einen verletzten Spieler bezahlt, der für ein anderes Team spielt – ist in der NBA selten. Durch die Umschichtung der finanziellen Verpflichtungen gelang es Milwaukee jedoch, den erfahrenen Center Myles Turner unter Vertrag zu nehmen, was die Kaderplanung der Bucks für die Zukunft verbessert.
Emotionale Rückkehr nach Portland
Für Lillard selbst ist die Rückkehr nach Portland eine Herzensangelegenheit. Kurz nach der Bekanntgabe der Einigung postete er auf seinen Social-Media-Kanälen ein Video aus der Kabine der Trail Blazers, in dem er stolz sein Namensschild über einem Spind zeigt. „Ich komme nach Hause“, schrieb er dazu. Laut Berichten aus dem NBA-Umfeld war Lillards Wunsch, große Teile seiner Rehabilitation bei seiner Familie in Portland zu verbringen, ein entscheidender Faktor für die Freigabe durch die Bucks. Die Stadt Portland und die Fans der Trail Blazers haben Lillard immer verehrt – er ist der unumstrittene Franchise-Spieler, der die Ära nach Brandon Roy und LaMarcus Aldridge prägte.
Lillards Rekordliste bei den Trail Blazers ist beeindruckend: Er ist der Spieler mit den meisten Punkten in der Geschichte des Teams (19.376), der einzige Blazer, dem in einem Spiel mindestens 70 Punkte gelangen (71 Punkte gegen die Houston Rockets im Februar 2023), und er hält die Franchise-Rekorde für die meisten Dreipunktwürfe, die meisten Freiwürfe und die meisten erzielten Siege als Teamkapitän. In seinen elf Jahren in Portland führte er die Blazers achtmal in die Playoffs, erreichte 2019 die Western Conference Finals und gewann 2021 die olympische Goldmedaille mit dem US-Team. Kein anderer Spieler verkörpert den Geist der Trail Blazers so sehr wie Damian Lillard – auch bekannt als „Dame D.O.L.L.A.“, ein Spitzname, den er sich als Rapper und Künstler erarbeitet hat.
Der neue Vertrag von Lillard in Portland enthält eine besondere Klausel, die in der NBA äußerst selten ist: eine No-Trade-Klausel. Diese Klausel, die nur LeBron James von den Los Angeles Lakers ebenfalls besitzt, stellt sicher, dass Lillard ohne seine ausdrückliche Zustimmung nicht mehr zu einem anderen Team transferiert werden kann. Für einen Spieler, der sich gerade von einer schweren Verletzung erholt und über 35 Jahre alt ist, ist dies ein bemerkenswerter Vertrauensbeweis des Managements der Trail Blazers. Der Vertrag ist auf drei Jahre ausgelegt und umfasst insgesamt 42 Millionen US-Dollar, ein Bruchteil dessen, was Lillard in seinen besten Jahren verdiente. Dennoch zeigt die Geste, dass Portland bereit ist, seinen Starspieler auf seinem Weg zurück auf das Spielfeld zu unterstützen.
Hintergrund der Entscheidung und Auswirkungen auf die NBA
Die Entscheidung der Milwaukee Bucks, Lillard freizugeben, wirft Fragen über die langfristige Strategie des Teams auf. Nach dem überraschenden und emotionalen Weggang von Giannis Antetokounmpo? – nein, Antetokounmpo ist noch immer das Gesicht der Franchise. Aber die Bucks befinden sich in einer schwierigen Phase. Nachdem sie mit Antetokounmpo 2021 die Meisterschaft gewannen, scheiterte das Team in den Playoffs mehrfach, unter anderem an den Miami Heat und den Boston Celtics. Die Verpflichtung von Lillard sollte den dringend benötigten offensiven Punch neben Antetokounmpo bringen, aber die Chemie zwischen den beiden Superstars stimmte nie vollständig. Lillard ist ein Spieler, der den Ball in seinen Händen braucht, um effektiv zu sein, während Antetokounmpo ebenfalls viel Ballbesitz benötigt. Diese taktische Disharmonie, kombiniert mit Verletzungen anderer Schlüsselspieler wie Khris Middleton, führte zu einer enttäuschenden Saison 2024/25.
Die Verletzung von Lillard – ein Achillessehnenriss – ist eine der schwersten im Profisport. Die durchschnittliche Ausfallzeit beträgt zwischen neun und zwölf Monaten, und viele Spieler kehren nie wieder auf ihr altes Leistungsniveau zurück. Lillard, der im Juli 2025 35 Jahre alt wird, steht vor einer ungewissen Zukunft. Dennoch ist er entschlossen, sich zurückzukämpfen und den Fans in Portland noch einmal zu zeigen, warum er „Mr. Blazer“ genannt wird. Die Trail Blazers selbst sind mitten in einem Neuaufbau (Rebuild). Sie haben in den letzten Jahren Talente wie Scoot Henderson, Shaedon Sharpe und Anfernee Simons aufgebaut, aber die Playoffs blieben fern. Die Rückkehr von Lillard könnte den jungen Spielern als Mentor dienen und gleichzeitig die Ticketverkäufe und das Medieninteresse in Portland ankurbeln. Allerdings ist unklar, ob Lillard überhaupt noch einmal für die Blazers auflaufen wird – seine Reha könnte die gesamte Saison 2025/26 in Anspruch nehmen.
Sportlich gesehen ist Lillards Rückkehr eine der emotionalsten Geschichten der letzten Jahre in der NBA. Vergleichbar ist sie vielleicht mit LeBron James‘ Rückkehr zu den Cleveland Cavaliers im Jahr 2014 oder Paul George‘ Weggang und Rückkehr zu den Indiana Pacers? - nicht ganz, weil Lillard nie wirklich gehen wollte. Er hatte in Portland immer betont, dass er loyal sei und nur das Team wechseln würde, wenn die Organisation ihn nicht mehr wolle. Tatsächlich war es das Management der Blazers, das 2023 den Trade zu den Bucks einleitete, um die Zukunft des Teams zu sichern. Lillard selbst hatte gehofft, seine Karriere in Portland zu beenden. Nun bekommt er diese Chance doch noch – wenn auch unter völlig anderen Umständen.
Die finanziellen Details des Deals sind ebenfalls bemerkenswert. Lillard verdiente in seiner Karriere bereits über 250 Millionen US-Dollar an Gehältern, dazu kommen millionenschwere Werbeverträge mit Adidas und anderen Marken. Der neue Dreijahresvertrag über 42 Millionen Dollar ist daher eher ein symbolischer Akt, der die gegenseitige Wertschätzung zeigt. Lillard wird in den ersten beiden Jahren voraussichtlich kein Gehalt erhalten, da er verletzt ist und die Versicherung den größten Teil übernimmt. Die Blazers zahlen ihm dennoch das vertraglich vereinbarte Geld aus, auch wenn er nicht spielt. Dies ist ein starkes Signal an die gesamte Liga, dass Portland an seinen Legenden festhält – anders als viele Teams, die alternde Stars eiskalt abschieben.
Im weiteren Kontext der NBA zeigt Lillards Situation die zunehmende Macht der Spieler. Trotz seiner schweren Verletzung und seines Alters konnte er eine No-Trade-Klausel aushandeln, die ihn praktisch unantastbar macht. Nur wenige Spieler in der Geschichte der Liga hatten diese Klausel – neben LeBron James waren es unter anderem Dirk Nowitzki, Tim Duncan und Kobe Bryant, also absolute Legenden. Lillard gehört nun in diesen exklusiven Kreis. Die Blazers ehren damit nicht nur seine Leistungen auf dem Feld, sondern auch seine Verdienste als Botschafter der Stadt und des Teams. Portland hat eine treue Fanbase, die Lillard durch Höhen und Tiefen begleitet hat. Die Rückkehr wird mit Spannung erwartet, selbst wenn es noch Monate oder Jahre dauern könnte, bis Lillard wieder in einem NBA-Spiel auf dem Parkett steht.
Die mediale Rezeption des Deals war überwältigend positiv. US-Sportmedien wie ESPN, The Athletic und Bleacher Report berichteten stundenlang über die Rückkehr, und Fans in Portland strömten zu den sozialen Medien, um ihre Freude auszudrücken. Viele sehen darin die perfekte Karriere-Endstation für einen Spieler, der immer als loyaler Krieger galt – ein Begriff, der in der heutigen NBA oft inflationär verwendet wird, aber auf Lillard wirklich zutrifft. Er war nie der schnellste oder explosivste Spieler, aber seine Weitsicht, sein Wurf aus der Distanz und sein unerschütterlicher Wille machten ihn zu einem der besten Point Guards seiner Generation. Seine „Dame Time“-Momente – spielentscheidende Würfe in den letzten Sekunden – sind Legende. Auch wenn Lillard möglicherweise nie wieder auf diesem Niveau spielen wird, bleibt sein Vermächtnis unangetastet.
Für die Trail Blazers selbst ist die Rückkehr ein strategischer Schritt. Das Team hat in den letzten Jahren mehrere junge Spieler aufgebaut, aber es fehlte an einem erfahrenen Anführer. Lillard kann diesen Part ausfüllen, auch ohne zu spielen. Er wird im Training präsent sein, den jungen Guards wie Scoot Henderson und Shaedon Sharpe Tipps geben und die Identität der Blazers als harte, niemals aufgebende Mannschaft prägen. Gleichzeitig können die Blazers die Saison 2025/26 nutzen, um in der Lottery einen weiteren Top-Pick zu ergattern, da Lillard ohnehin ausfallen wird. Mit einem potentiellen Top-5-Pick und einer gesunden Rückkehr von Lillard im Jahr 2026/27 könnte Portland schneller wieder konkurrenzfähig sein, als viele denken. Die Kombination aus Lillards Erfahrung, der Athletik der jungen Spieler und einem neuen Trainer – möglicherweise Chauncey Billups, der noch im Amt ist – könnte eine interessante Mischung ergeben.
Ein weiterer Aspekt ist der Einfluss auf die Free Agency in diesem Sommer. Durch Lillards Rückkehr ist einer der größten Namen vom Markt, was die Planungen anderer Teams durcheinanderbringt. Die Bucks haben durch die Freigabe von Lillard und die Verpflichtung von Myles Turner ihre Kaderstruktur verändert. Sie sind jetzt ein Team, das stark auf Antetokounmpo und Turner setzt, aber ohne den puren Scoring-Threat von Lillard. Es bleibt abzuwarten, wie die Bucks die Lücke im Backcourt füllen. Gerüchte über einen Trade für einen anderen Star-Guard wie Trae Young oder Dejounte Murray halten sich hartnäckig, aber bisher ist noch nichts konkret. Die Blazers hingegen haben nun zwei Optionen: Entweder sie setzen voll auf Lillard und bauen das Team um ihn herum, wenn er gesund ist, oder sie nutzen ihn als Mentor für die junge Generation. Die Verpflichtung von Lillard sendet aber ein klares Signal: Portland ist kein Team, das seine Legenden fallen lässt.
Die Geschichte von Damian Lillard ist eine der bemerkenswertesten in der NBA. Von der Weber State University, einer kleinen Hochschule, über den sechsten Pick im Draft bis hin zu einem der besten Spieler seiner Ära. Seine 71-Punkte-Leistung im Januar 2023 gegen die Houston Rockets war ein Meisterwerk: Er traf 13 Dreier, darunter den entscheidenden Wurf in der Verlängerung, und zeigte damit seine unvergleichliche Fähigkeit, unter Druck zu liefern. Auch abseits des Platzes ist Lillard eine Respektsperson: Er engagiert sich in der Gemeinde Portland, gründete eine Stiftung zur Unterstützung von Jugendlichen und veröffentlichte mehrere Alben als Rapper. Sein Spitzname „Dame D.O.L.L.A.“ steht für „Different On Levels The Lord Allows“ – eine Anspielung auf seinen Glauben und seine Überzeugung, dass er zu Großem berufen ist. Diese Rückkehr ist der vorläufige Höhepunkt einer Karriere, die von Konstanz, Loyalität und Größe geprägt ist.
In den kommenden Wochen wird Lillard offiziell vorgestellt werden und seine erste Pressekonferenz als zurückgekehrter Blazer geben. Die Erwartungen sind hoch, auch wenn er zunächst nicht spielen kann. Die Fans in Portland freuen sich auf die Gelegenheit, ihren Helden noch einmal im Trikot ihrer Mannschaft zu sehen. Sollte Lillard den Weg zurück auf das Spielfeld finden und vielleicht sogar in einem entscheidenden Spiel noch einmal „Dame Time“ einläuten, wäre dies die perfekte Krönung einer außergewöhnlichen Karriere. Bis dahin bleibt der Basketballwelt eine Geschichte der Versöhnung, der Verletzlichkeit und der Hoffnung erhalten – eine Erinnerung daran, dass im Sport nicht immer nur die Ergebnisse zählen, sondern auch die Menschen, die ihn prägen.
Source: Sky Sport News