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Elon Musk Auf dem Weg zum ersten Billionär der Welt

Jun 27, 2026  Twila Rosenbaum  7 views
Elon Musk 
                    Auf dem Weg zum ersten Billionär der Welt

Elon Musk steht kurz davor, Geschichte zu schreiben: Der Tech-Unternehmer könnte durch den bevorstehenden Börsengang seiner Raumfahrtfirma SpaceX zum ersten Billionär der Welt werden. Eine Billion Dollar – das ist eine Zahl, die schwer vorstellbar ist: tausend Milliarden, eine Million Millionen. Das Wall Street Journal hat errechnet, dass Musk über seine 31-jährige Unternehmerlaufbahn hinweg im Durchschnitt 3,6 Millionen Dollar pro Stunde verdient hat. Doch hinter diesen astronomischen Zahlen stecken komplexe Abhängigkeiten und Risiken.

Der Börsengang von SpaceX ist einer der größten in der Geschichte der Wall Street. Das Unternehmen wird mit 1,8 Billionen Dollar bewertet. SpaceX bietet 555.555.555 Aktien zum Preis von 135 Dollar an, mit der Option auf weitere 83.333.333 Aktien. Das würde rund 86 Milliarden Dollar in die Kassen spülen. Doch die Aktienmenge täuscht: Musk selbst hält 850 Millionen Stammaktien und 5,5 Milliarden Aktien mit zehnfachem Stimmrecht. Nach dem Börsengang verfügt er über mehr als 80 Prozent der Stimmrechte. Er bleibt unangefochtener Herr im Haus.

Doch genau diese Machtkonzentration birgt Risiken. Im Börsenprospekt von SpaceX heißt es unverblümt: „Wir sind hochgradig von der Arbeit und dem Erfolg von Mr. Musk abhängig.“ Musk ist nicht nur Vorstandsvorsitzender, sondern auch Aufsichtsratschef und Technikchef – und das bei einem Unternehmen, das noch nie profitabel war. SpaceX erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von vier Milliarden Dollar, machte aber 660 Millionen Dollar Verlust. Die einzige profitable Sparte ist Starlink, das satellitengestützte Internet, das 4,4 Milliarden Dollar Betriebsgewinn einbrachte. Doch die Verluste in anderen Bereichen, insbesondere bei der übernommenen KI-Sparte von xAI, fressen diese Gewinne auf.

Elon Musk ist ein Unternehmer mit einer wechselhaften Vergangenheit. Sein Autounternehmen Tesla schrieb jahrelang hohe Verluste und löste wiederholt Versprechen nicht ein. Die ersten Raketen von SpaceX explodierten beim Start. Immer wieder standen seine Ideen auf der Kippe, doch stets gelang es ihm, Investoren zu begeistern und neue Finanzierungsrunden zu sichern. Diese Überzeugungskraft ist bemerkenswert, aber sie macht Musk auch zum größten Risikofaktor für sein eigenes Vermögen.

Sein Führungsstil ist legendär, aber auch exzentrisch. Musk hat öffentlich bekannt, Autist mit Asperger-Syndrom zu sein, was ihm den Umgang mit sozialen Signalen erschwert. Das zeigte sich in der Vergangenheit durch unbedachte Tweets, die Börsenkurse beeinflussten und zu Konflikten mit der Börsenaufsicht führten. Auch sein kurzer Ausflug in die Politik – als Unterstützer von Donald Trump und als „Entbürokratisierer“ mit libertären Ansichten in der zweiten Trump-Regierung – sorgte für Kontroversen. Nach einem Zerwürfnis mit Trump kam es später wieder zur Annäherung.

SpaceX selbst spiegelt diese Exzentrik wider. Das Unternehmen, offiziell „Space Exploration Technologies Corp.“, hat seinen Hauptsitz in Texas am Golf von Mexiko. Dort wurde eigens die Gemeinde Starbase gegründet, in der SpaceX unter der Adresse Rocket Road Nr. 1 residiert. Die Kommunalwahlen in Starbase mussten vor vier Wochen mangels Kandidaten abgesagt werden.

Trotz aller Risiken bleibt der Börsengang ein Meilenstein. Musk könnte theoretisch zum ersten Billionär der Welt werden – doch der Wert seines Vermögens ist weitgehend fiktiv. Würde er größere Aktienpakete verkaufen, bräche der Kurs ein. Dennoch: Ein paar Dutzend Milliarden Dollar dürften der Familie Musk sicher sein. Die entscheidende Frage ist, ob der Börsengang für Anleger zur Falle wird oder ob SpaceX endlich in die Gewinnzone kommt. Experten warnen vor zu viel Euphorie. Der Erfolg von SpaceX hängt weiterhin maßgeblich von der Person Elon Musk ab – und von seiner Fähigkeit, immer wieder neue Finanziers zu begeistern.


Source: tagesschau.de News


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