Dwayne „The Rock“ Johnson ist bekannt für seine wandlungsfähige Erscheinung – ob kahlköpfiger Actionheld oder muskulöser Wrestler. Doch für seine eigene Familie war eine seiner jüngsten Verwandlungen besonders befremdlich: In der kommenden Realverfilmung von Disney’s „Moana“ schlüpft der 52-Jährige erneut in die Rolle des Halbgottes Maui – komplett mit langer, wallender Mähne. Im Interview mit „E! News“ gewährte Johnson nun Einblicke in die Reaktionen seiner Kinder und die ungewohnten Strapazen am Set.
Die erste Begegnung: „Zehn Minuten Verstörung“
Johnson hat vier Töchter: Simone (24) aus erster Ehe mit Dany Garcia sowie Jasmine (10) und Tiana (8) mit seiner Frau Lauren Hashian. Die beiden jüngeren Mädchen hatten ihn bisher nur als glatzköpfigen Papa erlebt. „Als sie mich zum ersten Mal als Maui sahen, reagierten sie nur mit: ‚Oh.‘“, erzählt Johnson lachend. „Für etwa zehn Minuten war das ziemlich verstörend für sie, mich mit Haaren zu sehen. Und ich verstehe das. Es sind wirklich viele Haare.“ Der Schauspieler scherzte, dass sein Look in „Moana“ weitaus opulenter sei als in anderen Filmen: „Das ist nicht wie bei ’The Smashing Machine‘, wo ich nur ein bisschen Haar habe. Hier sind es lange, wunderschöne, volle Haare.“ Nach der anfänglichen Irritation hätten seine Töchter den Look jedoch akzeptiert – doch ihr Interesse galt vor allem einer anderen Person: Catherine Laga’aia, die in der Realverfilmung die titelgebende Moana spielt. „Eigentlich wollten sie nur Catherine kennenlernen“, witzelte Johnson.
Wenn Kinder Maui nicht erkennen
Johnson spricht Maui bereits seit dem ersten Animationsfilm 2016. Auch für die Fortsetzung 2024 lieh er dem Halbgott seine Stimme. Bei Begegnungen mit jungen Fans sorgt die Diskrepanz zwischen animiertem Maui und dem echten Johnson manchmal für Verwirrung. „Es ist verrückt, wenn ich kleine Kinder treffe. Die Eltern sagen dann: ‚Das ist Maui!‘ Und die Kinder antworten: ‚Nein, das ist nicht Maui.‘“ Um die Kleinen zu überzeugen, zeigt Johnson ihnen seine tätowierten Arme und erklärt: „Schaut mal, meine Tattoos! Ich habe mir nur die Haare abrasiert.“
Die Herausforderungen der Realverfilmung
Vom Zeichentrick zum Realfilm – das bedeutete für Johnson nicht nur eine neue Frisur, sondern auch enorme körperliche Belastungen. Besonders die Tanzchoreografien stellten ihn vor ungeahnte Schwierigkeiten. „Die Tanzchoreografien sind schwieriger, weil die Musik, der Gesang und die Texte die Bewegungen bestimmen.“ Hinzu kam das aufwendige Kostüm: Prothesen, Perücke und ein muskulöser Körperanzug. „Ich trug täglich rund 18 bis 23 Kilogramm zusätzlich mit mir herum. Die Prothesen, die Perücke und der Körperanzug waren eine Herausforderung, mit der ich nicht gerechnet hatte.“ Die Hitze unter dem schweren Anzug war so intensiv, dass zwischen den Aufnahmen fünf oder sechs Leute um ihn herumstanden, „fächelten Luft zu und hielten meine Haare zurück“. Auch Johnson selbst hatte den Eindruck, dass manche Szenen leichter digital hätten gelöst werden können. „Zwischendurch wurde sogar darüber nachgedacht, Mauis Erscheinungsbild vollständig digital zu erzeugen.“ Doch letztlich entschied sich das Team um Maskenbildner Joel Harlow für praktische Effekte. „Ein echter Körperanzug hat eine emotionale und greifbare Wirkung. Er bewegt sich mit dir und atmet mit dir.“
Karriere und Rollenvieffalt: Johnson zwischen Muskeln und Emotionen
Dwayne Johnson hat in seiner Hollywood-Karriere immer wieder bewiesen, dass er für jede Rolle bereit ist, radikale Veränderungen vorzunehmen. Von der Glatze für „Fast & Furious“ bis zur Glatze für „Black Adam“ – Johnson trug bisher kaum langes Haar. Umso überraschender war seine Entscheidung, für Maui eine Perücke mit über 60 Zentimetern Länge zu tragen. Der Schauspieler betont jedoch, dass es ihm wichtig war, die Rolle so authentisch wie möglich zu gestalten. „Maui ist ein Halbgott mit einer monumentalen Erscheinung. Ich wollte, dass die Kinder das Gefühl haben, er könnte wirklich existieren.“ Dieser Anspruch spiegelt sich auch in der Wahl der Maske wider: Joel Harlow, bekannt für seine Arbeit an „Star Trek“ und „Fluch der Karibik“, entwickelte einen Anzug, der Johnsons eigene Muskeln zwar betont, aber nicht versteckt. „Wir haben wirklich versucht, den Charakter zum Leben zu erwecken, ohne auf reine Computeranimation zurückzugreifen“, erklärte Harlow in einem früheren Interview.
Die kulturelle Bedeutung von „Moana“
Disneys „Moana“ aus dem Jahr 2016 war ein riesiger Erfolg – nicht zuletzt wegen seiner tiefen Verankerung in der polynesischen Mythologie und Kultur. Der Film erzählt die Geschichte eines mutigen Mädchens, das sich auf die Reise begibt, um ihren Stamm zu retten, und dabei auf den Halbgott Maui trifft. Die Realverfilmung, die voraussichtlich 2025 in die Kinos kommt, soll diese kulturelle Sensibilität bewahren. Johnson, der selbst polynesische Wurzeln hat (seine Mutter ist Samoanerin), sieht sich in der Verantwortung, die Darstellung respektvoll zu gestalten. „Es ist eine Ehre, diese Figur zu spielen, und ich bin stolz darauf, dass meine Kinder Teil dieser Reise sind.“ Sein Engagement geht über die Leinwand hinaus: Johnson hat mehrfach Spenden für Bildungseinrichtungen auf Hawaii und Samoa getätigt und setzt sich für den Erhalt der polynesischen Kultur ein.
Wie die Familie Johnson mit dem Rummel umgeht
Gleichzeitig versucht der Star, seinen Kindern ein normales Leben zu ermöglichen. „Ich bringe sie nicht oft an die Sets, aber bei ‚Moana‘ war es anders, weil sie den Film so lieben“, erklärte Johnson. Dass seine Töchter Catherine Laga’aia sofort ins Herz schlossen, freut ihn besonders. „Sie haben jetzt eine neue beste Freundin – und die spielt Moana!“ Johnson betont, dass die Arbeit an „Moana“ seine Familie noch enger zusammengeschweißt hat. Seine Frau Lauren Hashian unterstützt ihn bei den Dreharbeiten und sorgt dafür, dass die Mädchen den Alltag genießen können. „Am Ende des Tages bin ich einfach Papa – der Maui spielt, aber auch die Zöpfe seiner Töchter flechtet.“ Mit diesem bodenständigen Blick auf seinen Ruhm bleibt der Entertainer einer der beliebtesten Stars der Welt – und seine Kinder werden sicher noch viele Jahre stolz darauf sein, dass ihr Vater der Halbgott Maui ist.
Source: Yahoo News News