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Dritter Drake-Disstrack: Kendrick Lamar veröffentlicht "Meet the Grahams"

Oct 18, 2026  Twila Rosenbaum  5 views
Dritter Drake-Disstrack: Kendrick Lamar veröffentlicht "Meet the Grahams"

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Kendrick Lamar veröffentlichte mit „Meet the Grahams“ seinen dritten Disstrack gegen Drake – nur wenige Minuten nach Drakes „Family Matters“.
  • Der Track ist in vier Abschnitte gegliedert und richtet sich an Drakes Sohn Adonis, Drakes Eltern Sandra und Dennis Graham, eine mutmaßliche elfjährige Tochter sowie Drake selbst.
  • Kendrick erhebt schwere Vorwürfe und bezeichnet Drake unter anderem als „kranken Mann mit kranken Gedanken“; er zieht auch eine Verbindung zu Harvey Weinstein.
  • Der Rapper warnt LeBron James und Stephen Curry davor, weiter öffentlich an Drakes Seite zu stehen.
  • Im dritten Teil behauptet Kendrick, Drake verstecke eine elfjährige Tochter vor der Öffentlichkeit.
  • Das Cover zeigt einen Handschuh, Pillendosen, Quittungen und Verschreibungen auf den Namen Aubrey Graham.
  • Drake reagierte zunächst knapp in einer Instagram-Story und scherzte über die angebliche Tochter.

Ein Disstrack im Minutentakt

Die Nacht vom 3. auf den 4. Mai 2024 gehört zu den hektischsten Momenten der jüngeren Rap-Geschichte. Drake veröffentlichte mit „Family Matters“ einen langen Disstrack, in dem er Kendrick Lamar und dessen Umfeld angriff. Nur wenige Minuten später folgte die Antwort: Kendrick Lamar veröffentlichte „Meet the Grahams“. Damit war es nach „Euphoria“ und „6:16 in LA“ bereits der dritte Disstrack, den der Rapper aus Compton innerhalb kürzester Zeit gegen Drake veröffentlichte. Der Titel nimmt Drakes bürgerlichen Namen Aubrey Drake Graham auf und macht deutlich, dass es nicht nur um einen musikalischen Wettstreit geht.

„Meet the Grahams“ ist kein klassischer Battlerap-Track im üblichen Sinn. Kendrick strukturiert ihn als Serie von Briefen an die Mitglieder der Familie Graham. Jeder der vier Parts ist an eine Person gerichtet. Das verleiht dem Song eine ungewöhnlich persönliche und ernste Note. Statt punchlineartiger Angriffe dominiert eine ruhige, fast dokumentarische Sprache. Gerade dadurch wirken die Vorwürfe umso schwerer.

Vier Briefe an die Familie Graham

Der erste Teil wendet sich an Drakes Sohn Adonis sowie an Drakes Eltern Sandra und Dennis Graham. Kendrick entschuldigt sich bei der Familie für Drakes Fehltritte – sowohl in seiner Rolle als Sohn als auch als Vater von Adonis. An Adonis richtet er väterlich gemeinte Ratschläge, die dieser nach Kendricks Vorstellung erst mit 18 Jahren hören sollte. Damit inszeniert sich Kendrick als jemand, der Verantwortung übernimmt, während er Drake genau diese Verantwortung abspricht.

Danach wird der Ton deutlich härter. Kendrick wirft Drake vor, ein „kranker Mann mit kranken Gedanken“ zu sein. Er bezeichnet ihn als misogynen „Meister-Manipulator“ und zieht einen Vergleich zu Harvey Weinstein. In einer Zeile heißt es sinngemäß, Männer wie Drake und Weinstein sollten den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen. Diese Vorwürfe sind keine belegten Fakten, sondern Teil der künstlerischen Attacke. Kendrick trägt sie jedoch mit einer Ernsthaftigkeit vor, die den Track von vielen anderen Diss-Songs unterscheidet.

Kritik am OVO-Umfeld und Warnung an LeBron James und Stephen Curry

Kendrick beschränkt sich nicht auf Drake allein. Er behauptet, das Umfeld von Drakes Label OVO Sound sei nicht kinderfreundlich und tief in die Vorwürfe verstrickt. Drake wisse angeblich von Sexualstraftätern, die auf seiner Gehaltsliste stünden. Auch hier handelt es sich um Vorwürfe aus dem Song, nicht um gerichtlich festgestellte Tatsachen. Kendrick nutzt sie, um ein Bild von einem System zu zeichnen, in dem Drake nicht nur selbst problematisch sei, sondern auch andere schütze.

Besonders auffällig ist die Warnung an zwei der bekanntesten Sportler der Welt. Kendrick rät LeBron James und Stephen Curry, weiterhin Abstand zu Drake zu halten und ihre Familien zu schützen. Er behauptet, wer an Drakes Seite stehe, könne ebenfalls ins Visier geraten. Für den Fall, dass es bei Drake zu einer großangelegten Durchsuchung kommt, vergleicht Kendrick die Situation mit anderen Ermittlungen im Musikbusiness. Die Warnung ist ein zentraler Bestandteil des Tracks, weil sie den Konflikt über die Rap-Welt hinaus in die Popkultur trägt.

Die mutmaßliche elfjährige Tochter

Im dritten Teil von „Meet the Grahams“ wendet sich Kendrick an eine mutmaßliche elfjährige Tochter, die Drake vor der Öffentlichkeit verstecken soll. Der Vorwurf erinnert an Pusha Ts Disstrack aus dem Jahr 2018, mit dem die Existenz von Drakes Sohn Adonis öffentlich geworden war. Kendrick behauptet, die Geschichte wiederhole sich: Drake lasse erneut ein Kind ohne seinen Vater aufwachsen. Statt sich zu kümmern, sei der Rapper mit Drogen, Sexarbeit und Tabletten beschäftigt. Konkret fallen in dem Song Begriffe wie „Turks“, bezahlter Sex und „Percs“.

Wie schon im ersten Teil gibt Kendrick auch der mutmaßlichen Tochter väterliche Ratschläge mit auf den Weg. Er inszeniert sich als jemand, der die Konsequenzen von Drakes Verhalten benennt, während er gleichzeitig betont, die Familie schützen zu wollen. Ob es diese Tochter tatsächlich gibt, ist öffentlich nicht belegt. Der Track lebt gerade von dieser Mischung aus konkreten Andeutungen, persönlichen Angriffen und moralischer Anklage. Für Drake ist der Vorwurf besonders heikel, weil er an die bereits bekannte Geschichte um Adonis anschließt.

Drake selbst im Visier

Der vierte und letzte Teil richtet sich an Drake höchstpersönlich. Kendrick erklärt zunächst, warum die Disstracks immer härter geworden seien. Eigentlich, so behauptet er, habe er Drake nicht gehasst. Der Wettstreit habe sportlich bleiben sollen, wie es im Hiphop üblich sei. Doch weil Drake Kendricks Familie in den Konflikt hineingezogen habe, habe er nachziehen müssen. Damit rechtfertigt Kendrick die Schärfe seiner eigenen Angriffe und verschiebt die Verantwortung für die Eskalation auf seinen Kontrahenten.

Anschließend diagnostiziert Kendrick Drake mehrere Probleme: Spielsucht, Alkohol, Drogen und einen schlechten Umgang mit Geld und Frauen. Er stellt außerdem die Glaubwürdigkeit seines Gegners grundsätzlich infrage. Drake habe seine Fans und die Öffentlichkeit über die gesamte Karriere hinweg belogen – über Ghostwriter, seinen Akzent, seinen Glauben, Schönheitsoperationen und seine Kinder. Wegen dieser vielen Unwahrheiten, so Kendrick, gebe es keinen Grund, auch nur irgendeine Information aus Drakes Mund zu glauben. Der Track endet mit der Feststellung, Drakes Persönlichkeit und Verhalten beruhten auf Problemen mit seiner eigenen Identität. Kendrick behauptet, der Einzige gewesen zu sein, der ihm hätte helfen können.

Das Cover als Beweisstück

Auch das Cover von „Meet the Grahams


Source: Hiphop.de News


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