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Kendrick Lamar: Schlägt Drake im Beef mit dem Rapper nun zurück?

Oct 24, 2026  Twila Rosenbaum  4 views
Kendrick Lamar: Schlägt Drake im Beef mit dem Rapper nun zurück?

Der Rap-Beef zwischen Kendrick Lamar und Drake gehört zu den aufsehenerregendsten Konflikten der Musikbranche. Was vor mehr als einem Jahrzehnt als künstlerische Rivalität und zeitweise sogar als öffentlich inszenierte Verbundenheit begann, ist inzwischen zu einem Geflecht aus Diss-Tracks, gegenseitigen Vorwürfen, juristischen Auseinandersetzungen und symbolischen Auftritten geworden. Beim Super Bowl 2025 sorgte Kendrick Lamar für einen der meistdiskutierten Momente, als er seinen gegen Drake gerichteten Song „Not Like Us“ vor einem Millionenpublikum performte. Die Frage, ob Drake im Beef nun zurückschlägt, beschäftigt Fans und Branchenbeobachter seither. Eine eindeutige Antwort gibt es nicht, doch die jüngsten Entwicklungen liefern zahlreiche Hinweise auf die Dynamik des Konflikts.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Kendrick Lamar und Drake tragen seit mehr als einem Jahrzehnt einen öffentlichen Streit aus.
  • Lamar kritisierte Drake in mehreren Diss-Tracks, unter anderem für dessen Verhalten im Show-Business und seine Rolle als Vorbild.
  • Beim Super Bowl 2025 performte Lamar „Not Like Us“ in der Halftime-Show.
  • Drake verklagte im Januar 2025 das Label Universal Music Group wegen der Veröffentlichung des Songs und erhob Vorwürfe wegen Verleumdung und Belästigung.
  • Drake ist im Juli 2025 Headliner des Wireless Festivals in London; das erste Konzertwochenende war ausverkauft.

Super-Bowl-Bühne für einen Diss-Track

Bei der Halftime-Show des Super Bowl 2025 trat Kendrick Lamar mit einer aufwendig inszenierten Performance auf. Neben einem Medley seiner bekanntesten Lieder nutzte er die Bühne auch für politische Statements gegen US-Präsident Donald Trump. Der vielleicht wichtigste Moment aus Sicht des Rap-Beefs war jedoch die Aufführung von „Not Like Us“. Der Song richtet sich unmissverständlich gegen Drake und avancierte zuvor bereits im Netz zum viralen Phänomen. Dass Lamar ihn ausgerechnet bei einem der meistgesehenen Musikevents der Welt spielte, war eine bewusste Setzung: Der Konflikt wurde damit endgültig einem Publikum präsentiert, das weit über die übliche Rap-Community hinausreicht.

„Not Like Us“ ist dabei nicht der erste Seitenhieb gegen Drake. Der Track reiht sich in eine Serie von musikalischen Werken ein, in denen Lamar seinen Kontrahenten angreift. Inhaltlich geht es um Fragen von Authentizität, kultureller Glaubwürdigkeit und dem Verhalten im Musikgeschäft. Lamar nutzt den Song, um Drake als jemanden darzustellen, der nicht zur eigentlichen Kultur des Hip-Hop gehöre. Für viele Fans ist gerade diese Zuspitzung der Grund, warum der Beef seit Monaten präsent bleibt.

Drake verklagt sein eigenes Label

Im Januar 2025 eskalierte der Streit auch auf juristischer Ebene. Drake verklagte sein eigenes Label, die Universal Music Group, und warf dem Unternehmen vor, die Veröffentlichung von „Not Like Us“ stelle Verleumdung und Belästigung dar. Damit verlagerte sich der Konflikt von der künstlerischen Auseinandersetzung in den Bereich des Wirtschafts- und Medienrechts. Der Schritt sorgte branchenweit für Aufsehen, weil ein Künstler damit nicht gegen einen Rivalen, sondern gegen den eigenen Vertriebspartner vorging.

Laut Gerichtsunterlagen sollen im März 2025 noch keine Vergleichsgespräche stattgefunden haben. Der Fall soll voraussichtlich vor einem Geschworenengericht verhandelt werden und in New York drei Wochen dauern. Am 31. März veröffentlichte Drake zudem ein neues Musikvideo zu seiner Single „Nokia“. Auffällig war, dass das schwarz-weiße Video Ähnlichkeiten mit dem visuellen Stil von Lamars „Not Like Us“ aufwies. Ob darin ein direkter Gegenschlag liegt oder lediglich eine ästhetische Anspielung, ist offen. Die Beobachtung zeigt jedoch, wie sehr beide Künstler inzwischen aufeinander reagieren – musikalisch, visuell und juristisch.

Drake bleibt als Festival-Headliner präsent

Trotz des Super-Bowl-Seitenhiebs scheint Drakes Popularität keinen größeren Schaden genommen zu haben. Der 38-Jährige wurde als Headliner des Wireless Festivals in London bestätigt. Das erste Konzertwochenende vom 11. bis 13. Juli 2025 war sofort ausverkauft. Für Drake ist es ein bedeutender Auftritt, weil er seit 2021 nicht mehr bei diesem Event performt hat. Die Nachricht zeigt, dass der Rapper weiterhin große Bühnen bespielt und sein Publikum mobilisiert – unabhängig davon, wie laut der Beef in den sozialen Medien geführt wird.

Für die Einordnung des Konflikts ist dieser Punkt wichtig: Ein Diss-Track und eine Klage mögen das öffentliche Bild prägen, doch sie bedeuten nicht automatisch einen Karriereknick. Drake gehört seit über einem Jahrzehnt zu den kommerziell erfolgreichsten Vertretern des Rap. Alben wie „Take Care“, „Nothing Was the Same“, „Views“ und „Certified Lover Boy“ machten ihn zu einem globalen Pop- und Hip-Hop-Phänomen. Auch Kendrick Lamar ist längst eine Ausnahmeerscheinung: Mit „Good Kid, M.A.A.D City“, „To Pimp a Butterfly“, „DAMN.“ und „Mr. Morale & the Big Steppers“ etablierte er sich als kritischer Chronist, der kommerziellen Erfolg und künstlerische Tiefe verbindet. Der Beef ist deshalb auch ein Aufeinandertreffen zweier sehr unterschiedlicher Karrieremodelle.

Wie der Streit begann

Die beiden Musiker waren nicht immer zerstritten. 2012 stand Kendrick Lamar gemeinsam mit Drake auf der Bühne. Drake bezeichnete ihn damals als seinen „Bruder“ und stellte ihn dem Publikum vor. Zu diesem Zeitpunkt war Lamar noch nicht so erfolgreich wie Drake. Im selben Jahr veröffentlichte Lamar sein Album „Good Kid, M.A.A.D City“, das vor allem seine Kindheit und Familienverhältnisse behandelte und zu einem Meilenstein der modernen Rap-Musik wurde. Die Zusammenarbeit wirkte zunächst wie eine gegenseitige Anerkennung innerhalb der Szene.

2013 änderte sich die Dynamik. Lamar rappte einen Vers auf Big Seans Track „Control“, in dem er unter anderem Big Sean, J. Cole und Drake angriff. Für viele im Rap-Geschäft gehörte diese Form der Herausforderung zum Spiel, doch Drake war alles andere als begeistert. Der Vers machte deutlich, dass Lamar nicht gewillt war, sich im Wettbewerb der großen Namen zurückzuhalten. Die freundschaftliche Geste von 2012 wurde damit früh relativiert.

In den folgenden Jahren wurde der Konflikt in neuen Tracks immer wieder thematisiert. 2023 schoss Drake in seinem Song „First Person Shooter“ mit J. Cole erneut gegen Kendrick Lamar. Auf dem Album „We Don’t Trust You“ von Metro Boomin und Future machte Lamar 2024 in einem Vers im Song „Like That“ klar, dass er sich selbst als den besten Rapper der sogenannten „Big 3“ sieht. Zu dieser Gruppe zählten laut J. Cole Lamar, Drake und J. Cole selbst. Lamar bezeichnete sich in dem Zusammenhang unter anderem als „King of the coast“ und „King of New York“ – eine bewusste Zuspitzung, die den Wettbewerb um Rang und Einfluss im Rap offenlegte.

J. Cole zieht sich aus dem Beef zurück

J. Cole, der als dritter großer Name der „Big 3“ galt, reagierte zunächst mit einem Antworttrack. Kurz darauf nahm er den Song jedoch wieder zurück und erklärte bei einem Live-Auftritt, dass er Liebe sowohl für Drake als auch für Kendrick Lamar empfinde. Mit diesem Schritt zog er sich aus dem Konflikt zurück. Für die öffentliche Wahrnehmung war dieser Rückzug bedeutsam: Der Beef wurde dadurch noch stärker zu einer direkten Auseinandersetzung zwischen Lamar und Drake.

Die Episode zeigt, wie schmal der Grat zwischen künstlerischem Wettbewerb und persönlicher Fehde ist. Während J. Cole die Eskalation bewusst vermied, setzten Lamar und Drake den Streit fort. Beide nutzten dabei unterschiedliche Strategien: Lamar arbeitete mit dichten, oft analytischen Versen und kulturellen Referenzen; Drake reagierte stärker mit direkten Angriffen auf das Privatleben und mit öffentlichkeitswirksamen Statements. Dieser Stilunterschied prägt den Beef bis heute.

Euphoria, Family Matters und Meet the Grahams

2024 bezeichnete Kendrick Lamar Drake in seinem Song „Euphoria“ als Lügner und warf ihm vor, kein gutes Vorbild für seinen Sohn Adonis zu sein. In dem Track erklärte Lamar unter anderem, warum er Drake nicht ausstehen kann. Er reimte, dass er die Art, wie der 38-Jährige geht, spricht und sich kleidet, nicht leiden könne. Diese Strophe ging vor allem auf TikTok viral und wurde zu einem der meistzitierten Momente der Auseinandersetzung. Der Song war damit nicht nur ein musikalischer Angriff, sondern auch ein Social-Media-Ereignis.

Drake konterte mit „Family Matters“ und griff das Privatleben Lamars an. Er unterstellte dessen Frau einen Seitensprung mit einem Freund von Lamar. Lamar antwortete wiederum mit dem Track „Meet the Grahams“, in dem er Drakes Eltern kritisierte und sie dafür verantwortlich machte, einen schlechten Menschen erzogen zu haben. Darüber hinaus behauptete Lamar, Drake habe eine geheime elfjährige Tochter. Drake bestritt diese Vorwürfe. Im Netz verbreitete sich zudem die Annahme, Drake könnte solche Gerüchte selbst gestreut haben, um Lamar mit Falschinformationen für den nächsten Diss-Track zu füttern. Bewiesen ist diese Spekulation nicht, sie zeigt aber, wie stark der Beef von strategischen Andeutungen und Gegenandeutungen lebt.

Die gegenseitigen Vorwürfe bewegen sich dabei oft an der Grenze zwischen Kunstfigur und realer Person. Für Fans ist genau diese Unklarheit Teil der Faszination: Was ist kalkulierte Performance, was ist persönliche Abrechnung? Die Künstler selbst lösen diese Spannung nicht auf. Stattdessen nutzen sie sie, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und ihre jeweiligen Narrative zu stärken.

Not Like Us und die Grammys

In „Not Like Us“ bezeichnet Lamar Drake als „Pädophilen“ und behauptet, Drake möge Frauen, die sehr jung sind. Diese Textzeilen sind Teil der künstlerischen Auseinandersetzung und keine gerichtlich festgestellten Tatsachen. Lamar verweist in dem Zusammenhang auch auf die öffentlich diskutierte Freundschaft zwischen Drake und der Schauspielerin Millie Bobby Brown. Damals war Drake 30 Jahre alt, Brown war 14. Brown erklärte in einem Interview, dass sie und der Rapper regelmäßig miteinander schreiben würden und er ihr Tipps in Bezug auf Jungs gebe. Diese Aussage wurde in der öffentlichen Debatte immer wieder als Bezugspunkt für Lamars Vorwürfe genannt.

„Not Like Us“ räumte bei den Grammys mehrere Preise ab. Kendrick Lamar erhielt Auszeichnungen in den Kategorien Aufnahme des Jahres, bestes Rap-Lied, Lied des Jahres, bestes Musikvideo und beste Rapdarbietung. Damit wurde der Diss-Track nicht nur kommerziell, sondern auch von der Musikindustrie institutionell geadelt. Für Drake war das eine zusätzliche Niederlage im öffentlichen Wettstreit, für Lamar ein Beleg dafür, dass seine künstlerische Strategie aufging.

Die juristische und öffentliche Dimension

Der Beef ist längst mehr als ein Streit zwischen zwei Rappern. Er berührt Fragen nach Verantwortung im Musikgeschäft, nach der Macht von Labels und nach der Rolle sozialer Medien bei der Produktion von Skandalen. Drakes Klage gegen die Universal Music Group wirft ein Schlaglicht auf die Frage, wer für die Verbreitung eines Diss-Tracks haftet, wenn darin schwerwiegende Vorwürfe enthalten sind. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie eng künstlerische Freiheit, wirtschaftliche Interessen und juristische Risiken miteinander verknüpft sind.

Für das Publikum ist der Konflikt auch ein Spiegel der gegenwärtigen Aufmerksamkeitsökonomie. Jeder Track, jedes Video und jede Klage wird in Echtzeit analysiert, kommentiert und in Memes übersetzt. Die Grenze zwischen Musik und Meta-Erzählung verschwimmt. Kendrick Lamar und Drake wissen um diese Mechanik und nutzen sie bewusst. Ob ein weiterer Gegenschlag kommt, hängt deshalb nicht nur von künstlerischen Entscheidungen ab, sondern auch davon, wie beide Seiten die öffentliche Deutung des Konflikts steuern wollen.

Serena Williams und die Super-Bowl-Überraschung

Aufmerksamen Zuschauern ist bei der Super-Bowl-Performance auch der Überraschungsauftritt von Serena Williams aufgefallen. Die Tennis-Ikone erschien während der Show und sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit. Der Hintergrund reicht Jahre zurück: 2015 wurde Williams mit Drake bei einem romantischen Dinner gesehen. Der Musiker soll damals so verliebt gewesen sein, dass er um die Welt reiste, um sie bei ihren Turnieren anzufeuern. Die Romanze endete jedoch, und Williams lernte später ihren heutigen Ehemann Alexis Ohanian kennen.

Drake erwähnte Serena Williams unter anderem in seinen Songs „Worst Behavior“ aus dem Jahr 2013, „Too Good“ aus dem Jahr 2016 und „Middle of the Ocean“ aus dem Jahr 2022. Im letztgenannten Werk bezeichnete er ihren Ehemann als „Groupie“. Vor diesem Hintergrund wird Williams’ Auftritt bei Lamars Super-Bowl-Show als möglicher Seitenhieb interpretiert. Ob diese Deutung zutrifft, ist nicht bestätigt. Fest steht jedoch, dass der Beef zwischen Kendrick Lamar und Drake inzwischen so viele Ebenen umfasst, dass selbst ein kurzer Gastauftritt zum Teil der Geschichte werden kann.


Source: Kurier News


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