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Simone Biles

May 22, 2026  Twila Rosenbaum  7 views
Simone Biles

Simone Arianne Biles – kaum ein Name steht so sehr für Dominanz im Frauenturnen wie ihrer. Die am 14. März 1997 in Columbus, Ohio, geborene Athletin hat die Sportwelt immer wieder in Staunen versetzt. Doch ihr Weg an die Spitze war von Herausforderungen geprägt, die sie mit außergewöhnlicher Stärke gemeistert hat. Von ihrer schwierigen Kindheit über den Aufstieg zur Olympiasiegerin bis hin zu ihrem mutigen Einsatz für mentale Gesundheit – Simone Biles ist weit mehr als nur eine Turnerin.

Frühe Jahre und der Weg zum Turnen

Simone Biles wurde mit ihren drei Geschwistern in ein Pflegeheim gegeben, da ihre Mutter aufgrund von Suchtproblemen nicht für sie sorgen konnte. Ihre Großeltern, Ron und Nellie Biles, adoptierten sie und ihre Schwester Adria, als Simone sechs Jahre alt war. Bis heute hat sie keinen Kontakt zu ihrer leiblichen Mutter. Bei einem Schulausflug wurde ihr außergewöhnliches Talent entdeckt: Sie turnte bereits als Kleinkind Saltos vom Briefkasten. Ab diesem Zeitpunkt trainierte sie unter der Leitung von Aimee Boorman, der damaligen Leiterin des olympischen Turnkaders. Ab 2012 wurde sie zu Hause unterrichtet, um mehr Zeit für das Training zu haben – 32 Stunden pro Woche waren die Norm.

Der Durchbruch auf der internationalen Bühne

Ihre erste große Wettkampfphase begann 2013. Bei den World Artistic Gymnastic Championships gewann sie als erste Afro-Amerikanerin die Goldmedaille im Einzelwettbewerb. Trotz einer Schulterverletzung 2014 riss ihre Siegesserie nicht ab. Sie verteidigte ihren Titel mehrfach und ist bis heute ungeschlagen in diesem Wettbewerb. Mit sechs Goldmedaillen ist sie die am häufigsten preisgekrönte US-Turnerin bei diesen Meisterschaften. Das Sportunternehmen Nike machte sie zu seinem Werbegesicht.

Olympische Spiele 2016 in Rio de Janeiro

Das Jahr 2016 sollte das Jahr von Simone Biles werden. Gemeinsam mit Gabby Douglas, Laurie Hernandez, Madison Kocian und Aly Raisman wurde sie in den Kader für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro berufen. Vor den Spielen veröffentlichte eine russische Hackergruppe private Gesundheitsdaten, woraufhin Simone öffentlich machte, dass sie an einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) leidet und Medikamente nimmt. Trotz dieses Zwischenfalls feierte sie in Rio einen Medaillenregen: drei Goldmedaillen im Einzel und eine vierte mit dem Team. Damit wurde sie zur meistdekoriertesten US-Turnerin aller Zeiten. Bei der Abschlusszeremonie durfte sie als erste Turnerin die Flagge der USA tragen.

Rückzug und Kampf um mentale Gesundheit

Nach dem Erfolg von Rio nahm der Druck auf Simone Biles weiter zu. Sie hatte zudem mit den Folgen sexuellen Missbrauchs durch den ehemaligen Teamarzt Larry Nassar zu kämpfen. 2021 zog sie sich während der Olympischen Spiele in Tokio von mehreren Wettkämpfen zurück, um sich um ihre mentale Gesundheit zu kümmern. „Mein Geist und mein Körper sind einfach nicht im Einklang“, schrieb sie auf Instagram. Dieser mutige Schritt löste weltweit Diskussionen über den Umgang mit psychischen Belastungen im Spitzensport aus.

Comeback und Olympia 2024 in Paris

Simone Biles kehrte stärker zurück. Sie verlobte sich mit dem NFL-Spieler Jonathan Owens und kündigte ihr Comeback an. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris war sie die strahlende Siegerin: Sie holte drei Goldmedaillen (Team, Einzelmehrkampf, Sprung) und eine Silbermedaille (Boden). Nur der Schwebebalken blieb ohne Medaille – sie belegte den fünften Platz und machte dafür die ungewöhnliche Stille in der Halle verantwortlich. „Das Finale am Schwebebalken ist immer das stressigste. Normalerweise haben wir Musik oder Hintergrundgeräusche. In Paris war es wirklich komisch und unangenehm“, erklärte sie im Interview. Nichtsdestotrotz zeigte sie sich stolz: „Ich habe vier Medaillen und bin darüber nicht sauer. Ich bin ziemlich stolz auf mich.“

Privates Engagement und Leben abseits der Turnmatte

Neben ihrer Sportkarriere engagiert sich Simone Biles für Opfer sexualisierter Gewalt und setzt sich für mehr Aufmerksamkeit für psychische Gesundheit ein. Sie wurde 2022 als jüngste Preisträgerin mit der Freiheitsmedaille von US-Präsident Joe Biden ausgezeichnet. In ihrer Freizeit liebt sie es, mit Make-up zu experimentieren, ihre drei Bulldoggen zu bespaßen und stundenlang Serien auf Netflix zu schauen – am liebsten mit einer Pizza. Der Glücksbringer, eine Figur des Heiligen Sebastian, begleitet sie stets zu Wettkämpfen. Und sie hat eine Turnübung nach sich benannt: „The Biles“, einen doppelten Salto mit halber Drehung, den bis heute keine andere Turnerin sicher beherrscht.

Simone Biles ist nicht nur eine Sportlerin, sondern eine Ikone, die für Stärke, Verletzlichkeit und außergewöhnliche Leistungen steht. Ihr Einfluss reicht weit über das Turnen hinaus und inspiriert Millionen Menschen weltweit.


Source: gala.de News


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